Die Text-Revolution: Wie neue Medien die Schreibfähigkeiten verbessern

Eine wachsende Zahl von Studien beklagt die negativen Folgen der elektronischen Kommunikation, jetzt zum Schulanfang wird ihre Zahl wahrscheinlich noch einmal deutlich zunehmen. Da sollen nicht nur SMS dumm machen, die Ausdrucksfähigkeit von Schülern lasse zu Wünschen übrig und Studenten seien nicht mehr in der Lage, Dinge in großen Zusammenhängen zu begreifen und kopieren ihre wissenschaftlichen Arbeiten stattdessen von allen Seiten zusammen.

Stanford-Professorin Andrea Lunsford ist sich da nicht so sicher. Sie hat zwischen 2001 uns 2006 Tausende Essays, Briefe, Blog-Beiträge und E-Mails von Studenten untersucht. Die Wired-Printausgabe berichtet über die Ergebnisse.

Fazit: Kein Verfall, sondern eine regelrechte Schreib-Revolution sei zu beobachten. Die neuen Techniken gewöhnen den Studenten nicht das Schreiben ab, vielmehr stimulieren sie ihre Schreib-Fähigkeiten. Junge Menschen schreiben heute mehr als alle Generationen vor ihnen. Sie texten kurze Mitteilungen bei Twitter, lange Nachrichten in Blogs und zugespitzte Kommentare unter den Artikeln anderer. Und das ist gut so.

Früher, so die Stanford-Wirssenschaftlerin, haben durchschnittliche Amerikaner (die nicht ins Mediengeschäft oder ähnliche Berufe gingen) mit dem Ende der Schule praktisch mit dem Schreiben aufgehört. Heute übe sich eine große Mehrheit im Netz in öffentlichen schriftlichen Debatten.

Der Vorwurf, die Schreibfähigkeiten der Studenten würden abnehmen, sei widerlegt. Die Qualität der untersuchten Papers habe im Untersuchungszeitraum keineswegs nachgelassen. Stattdessen sei zu beobachten, dass die Studenten besser als früher in der Lage seien, sich kurz und präzise auszudrücken und zugleich über spezielle Themen lange Essays in bestem Wissenschafts-Stil zu verfassen.

Die Studie hat allerdings einen Haken: Sie wurde unter Elite-Studenten durchgeführt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie anders ausfallen würde, wenn man andere Bildungsschichten mit in die Analyse einbeziehen würde.

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