Mobile und Medien: Die großen Hoffnungen und die alten Fehler

Mobile ist das Thema in den Verlagen. Die Hoffnung. Ach, was: die Rettung! Wenn man erst eine mobile Applikation hat, dann, ja dann wird alles gut. Dann zahlen die Kunden wieder und schließlich kommt das Geschäft wieder in Gang.

Das einzige Problem: Die Kunden zahlen nur für einen Mehrwert. Klingt banal, muss aber offensichtlich immer wieder gesagt werden. Und den sehe ich bei den Applikationen von Focus, Stern, Meedia, und wie sie alle heißen, noch nicht. Gut, sie sind teils ganz hübsch gemacht. Einfach uz bedienen. Aber mehr eben auch nicht. Doch woher sollen die Ideen kommen, wenn so mancher Verlagsmanager noch denkt, iPhone-Apps würden über die Telefonrechnung bezahlt?

Wie es gehen könnte in der mobilen Content-Welt, zeigt die BBC. Zwar haben die Briten auch keine Idee. Aber sie versuchen wenigstens etwas Neues – wenn auch naheliegend: Sie experimentieren mit ortsbasierten Informationen. Befindet sich ein Nutzer etwa in Südlondon, bekommt er nicht nur den Wetterbericht für die Region. Die mobile Seite liefert ihm zugleich Vorschläge für nahegelegene Parks oder Veranstaltungen. Das hat bislang noch kein Medium gewagt und dieses Zukunftsgeschäft zum Beispiel Stadtmagazinen wie Qype überlassen.

Wie gesagt, das ist erst der Anfang. Aber ich glaube, dass Informationen künftig standardmäßig an einen Ort gebunden sein werden. Vor allem für Regionalzeitungen bietet das riesige Chancen, wenn sie jetzt schnell reagieren.

Sie könnten mir Nachrichten über Ereignisse auf das Gerät schicken, die  sich auf Orte im Umkreis meiner Wohnung beziehen. Sie könnten auch Dinge wie Baustellen auf für mich relevanten Strecken auf das Handy liefern. Oder mir regelmäßig Konzerte empfehlen, die in meiner Stadt laufen, oder Lesungen, Festivals, ja, selbst Sonderangebote von interessanten Geschäften würde ich nehmen. Ganz ehrlich: Für all das würde ich auch zahlen, ein paar Cent pro Info, vielleicht sogar ein Abo. Kommt auf das Angebot an. Nicht aber zahle ich für etwas, was es schon gibt und nur als „mobile“ umlackiert wurde.

Die Medienindustrie sollte nicht wieder den gleichen Fehler machen, wie damals, als man versuchte, die Zeitung im Internet zu kopieren. Genauso wenig kann man das Internet auf das Handy kopieren. Das ist eine Riesenchance.

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