Handys in Entwicklungsländern: Die Revolution in Zahlen

Jeffrey Sachs, einer der bedeutendsten Entwicklungsexperten der Welt sieht es so: Handys und das mobile Internet seien „the single most transformative tool for development“. Wie Recht Sachs damit behalten wird, war vor wenigen Jahren noch überhaupt nicht absehbar. Immer mehr Studien aus aller Welt belegen jetzt: Handys haben den Alltag in Industrieländern zwar auch mächtig verändert. Doch die eigentliche Revolution findet in Entwicklungsländern statt.

  • 2000 wurden ein Viertel der weltweit verkauften Handys in Entwicklungsländern genutzt. Anfang 2009 stieg die Zahl der weltweit genutzten Handys auf vier Milliarden – der Anteil der in Entwicklungsländern genutzten Telefonen lag bei drei Vierteln.
  • Mit 700 Millionen Verträgen ist China der größte Mobilfunkmarkt der Welt.
  • In keinem Land legen sich mehr Menschen im Monat ein Handy zu: Allein im März kamen 15,6  Millionen Handynutzer hinzu. Rund 400 Millionen Inder besitzen ein Mobiltelefon, 110 MIllionen davon leben auf dem Land (1. Halbjahr 2009). Nur 65 Millionen Inder dagegen haben einen Internetanschluss.
  • Gerade für ländliche Gegenden in Indien versuchen Unternehmen zunehmend, ihre Kunden über mobile Werbung zu erreichen. Ein neues Milliardengeschäft entsteht.
  • Das Wachstum der Handyanschlüsse in Industrieländern wird sich verlangsamen und in den nächsten Jahren stagnieren. Die Landbewohner in Entwicklungsländern dagegen das Wachstum in den nächsten Jahren antreiben.
  • In Südafrika gibt es so viele Handyanschlüsse wie Einwohner, in Ghana liegt das Verhältnis bereits bei 98 Prozent, Kenia und Tansania werden die 100 Prozent im Jahr 2013 erreichen.
  • Dabei entstehen neue Telekommunikationsriesen in Indien, China und Afrika.
  • Hält das Wachstum an, werden 2013 sechs Milliarden Handyanschlüsse existieren.
  • Und der Boom führt zu einer Revolution im Leben der Armen.
  • Schon heute geben viele Menschen in Afrika rund die Hälfte ihres verfügbaren Einkommens für Mobilfunkdienste aus.
  • Sie vergleichen Preise, tauschen Informationen aus und sind für ihre Kunden erreichbar, auch wenn sie nicht genug Kapital haben, um etwa einen Shop zu betreiben. Studien belegen, dass Handys die Geschäfte von solchen Mikro-Entrepreneuren antreiben.
  • Sieben Millionen der 38 Millionen Kenianer zahlen mit ihrem Handy.
  • Eine Studie der London Business School ergab: Zehn zusätzliche Handys auf 100 Einwohner eines typischen Entwicklungslandes steigern das Pro-Kopf-Wachstums um 0,6 Prozentpunkte.
  • Der mobile Boom in Entwicklungsländern wiederum wird neue Dienste hervorbringen. Indische Bauern nutzen Reuters Market Lite, einen textbasierten Dienst, der sie mehrmals am Tag mit Wetterinformationen, Marktdaten und anderen Informationen versorgt. Die Kunden berichten von steigenden Profiten. Ähnliche Dienste sind in China erfolgreich.
  • In einem nächsten Schritt wird das mobile Internet die Entwicklungsländer erobern: 2014 wird es 1,4 Milliarden mobile Breitbandanschlüsse geben.

Quellen: Africafocus, Economist, TMC, DNA, Businessweek, MIS, CKS

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s