Archiv der Kategorie: Gesellschaft

Die Zukunft des Spielens

Wie die Spiele der Zukunft aussehen werden? Wie die Grenze zwischen Realität und virtueller Welt künftig verlaufen könnte? Spieledesigner Jesse Schell hat ein paar sehr interessante Antworten auf diese Fragen gesammelt und sie in einem der interessantesten Vorträge, die ich seit langem gesehen habe, zusammengefasst.

Im ersten Teil seiner Keynote befasst sich Schell mit den aktuellen Erfolgsspielen wie FarmVille, Mafia Wars und Wii Fit. Die Spiele sind im Detail zwar sehr unterschiedlich. Ihre Gemeinsamkeit ist jedoch, dass sie die Barriere zur Realität durchbrechen. Doch das, glaubt Schell, war erst der Anfang.

Im zweiten Teil seines Vortrags widmet sich Schell der Frage, wie Spiele in Zukunft aussehen werden. Und dieser Teil seiner Keynote ist nicht nur spannend für Spiele-Fans. Den Teil sollte sich jeder ansehen, der sich mit der künftigen Entwicklung von Web-Technologie befasst. Denn Spiele, so Schell, werden bald alle Bereiche der Gesellschaft erobern.

Neuer Job auf dem Sofa: Unternehmen heuern virtuelle Praktikanten

Heimarbeit gehört zu diesen Trends, die seit Jahren angeblich die Wirtschaft revolutionieren. Doch bislang passierte wenig. Die Kultur dafür war in vielen Unternehmen zu konservativ und die Technik blieb lange hinter den hohen Erwartungen zurück.

Nun ist die Zeit offenbar gekommen, jedenfalls in Großbritannien und den USA. Amerikanische Unternehmen scheinen sich zunehmend nach virtuellen Praktikanten umzusehen, die nur per Skype, Instant Messenger und Mail mit ihrem Arbeitgeber verbunden sind: Die New Yorker Internet-Personalvermittlung Urban Interns berichtete CNN, dass 24 Prozent der auf ihrer Seite  ausgeschriebenen Praktikantenposten solche virtuellen Stellen sind.

Die neuen Mitarbeiter müssen nicht einmal in der gleichen Stadt leben. Manchmal arbeiten sie sogar in völlig anderen Zeitzonen.

Der Vorteil dieser virtuellen Arbeitskräfte: Unternehmen können Talente anheuern, die es vor Ort nicht gibt. Die Bewerber wiederum können in einer Nische Erfahrung sammeln, die in ihrem Land noch nicht existiert.

Die Betreiber der britischen Seite Enternships, auf der Startups mit neuen Mitarbeiten zusammengebracht werden, berichten, dass bereits rund ein Drittel der bei ihnen ausgeschriebenen Stellen virtuell seien, darunter Jobs im Verkauf oder Marketing.

Klar, dass es viele offene Fragen gibt: Wie zuverlässig sind solche virtuellen Mitarbeiter? Wie kann man die Qualität ihrer Arbeit kontrollieren? Wie groß ist die Gefahr, dass auf diesem Weg möglicherweise Mitarbeiter von Wettbewerbern eingeschleust werden? Dennoch: Für Unternehmen, die etwa Entwickler für spezielle Bereiche suchen, können solche virtuellen Jobs ein hilfreiches Instrument sein. Vor allem Mobile-Startups haben gerade Probleme, die richtigen Leute zu finden. Anderswo, in Asien etwa, könnten sie auf virtuellem Weg solche Experten finden.

Medizin: Briten wollen Sprechstunde per SMS

Laut einer Umfrage der Marktforscher von Lightspeed Research wünschen britische Patienten, dass ihr Handy eine größere Rolle bei der Gesundheitsversorgung spielt. Einer von fünf Briten möchte seine Arzttermine per SMS vereinbaren, 43 Prozent hätten gerne eine SMS-Erinnerung für Routine-Untersuchungen. Und immer noch mehr als 20 Prozent hätten gerne die Ergebnisse ihrer Untersuchungen per SMS. Und die SMS-Sprechstunde ist längst nicht nur bei Jüngeren begehrt: Sogar mehr als jeder Fünfte der 45 bis 55-Jährigen wünscht sich Untersuchungsergebnisse per Textnachricht. Bislang, so die Umfrage, kommunizieren allerdings nur vier Prozent der Befragten mit ihrem Doc per SMS. Die Briten haben noch einen weiten Weg vor sich. (via)

Handys in Entwicklungsländern: Die Revolution in Zahlen

Jeffrey Sachs, einer der bedeutendsten Entwicklungsexperten der Welt sieht es so: Handys und das mobile Internet seien „the single most transformative tool for development“. Wie Recht Sachs damit behalten wird, war vor wenigen Jahren noch überhaupt nicht absehbar. Immer mehr Studien aus aller Welt belegen jetzt: Handys haben den Alltag in Industrieländern zwar auch mächtig verändert. Doch die eigentliche Revolution findet in Entwicklungsländern statt.

  • 2000 wurden ein Viertel der weltweit verkauften Handys in Entwicklungsländern genutzt. Anfang 2009 stieg die Zahl der weltweit genutzten Handys auf vier Milliarden – der Anteil der in Entwicklungsländern genutzten Telefonen lag bei drei Vierteln.
  • Mit 700 Millionen Verträgen ist China der größte Mobilfunkmarkt der Welt.
  • In keinem Land legen sich mehr Menschen im Monat ein Handy zu: Allein im März kamen 15,6  Millionen Handynutzer hinzu. Rund 400 Millionen Inder besitzen ein Mobiltelefon, 110 MIllionen davon leben auf dem Land (1. Halbjahr 2009). Nur 65 Millionen Inder dagegen haben einen Internetanschluss.
  • Gerade für ländliche Gegenden in Indien versuchen Unternehmen zunehmend, ihre Kunden über mobile Werbung zu erreichen. Ein neues Milliardengeschäft entsteht.
  • Das Wachstum der Handyanschlüsse in Industrieländern wird sich verlangsamen und in den nächsten Jahren stagnieren. Die Landbewohner in Entwicklungsländern dagegen das Wachstum in den nächsten Jahren antreiben.
  • In Südafrika gibt es so viele Handyanschlüsse wie Einwohner, in Ghana liegt das Verhältnis bereits bei 98 Prozent, Kenia und Tansania werden die 100 Prozent im Jahr 2013 erreichen.
  • Dabei entstehen neue Telekommunikationsriesen in Indien, China und Afrika.
  • Hält das Wachstum an, werden 2013 sechs Milliarden Handyanschlüsse existieren.
  • Und der Boom führt zu einer Revolution im Leben der Armen.
  • Schon heute geben viele Menschen in Afrika rund die Hälfte ihres verfügbaren Einkommens für Mobilfunkdienste aus.
  • Sie vergleichen Preise, tauschen Informationen aus und sind für ihre Kunden erreichbar, auch wenn sie nicht genug Kapital haben, um etwa einen Shop zu betreiben. Studien belegen, dass Handys die Geschäfte von solchen Mikro-Entrepreneuren antreiben.
  • Sieben Millionen der 38 Millionen Kenianer zahlen mit ihrem Handy.
  • Eine Studie der London Business School ergab: Zehn zusätzliche Handys auf 100 Einwohner eines typischen Entwicklungslandes steigern das Pro-Kopf-Wachstums um 0,6 Prozentpunkte.
  • Der mobile Boom in Entwicklungsländern wiederum wird neue Dienste hervorbringen. Indische Bauern nutzen Reuters Market Lite, einen textbasierten Dienst, der sie mehrmals am Tag mit Wetterinformationen, Marktdaten und anderen Informationen versorgt. Die Kunden berichten von steigenden Profiten. Ähnliche Dienste sind in China erfolgreich.
  • In einem nächsten Schritt wird das mobile Internet die Entwicklungsländer erobern: 2014 wird es 1,4 Milliarden mobile Breitbandanschlüsse geben.

Quellen: Africafocus, Economist, TMC, DNA, Businessweek, MIS, CKS

Neue Studie: Wie wir mobil surfen

2008 waren
es 62 Prozent der Internetnutzer,
2009 sind es 71 Prozent

Das mobile Internet ist noch so jung, dass völlig unklar ist, wie wir das neue Medium in ein paar Jahren nutzen werden. Von Gesprächen mit japanischen Mobile-Experten habe ich schon vor Monaten gehört, dass das mobile Internet keineswegs nur unterwegs genutzt wird – ganz im Gegenteil: Abends im Bett, nachmittags auf dem Sofa, das Handy ist eben schneller online als der PC hochgefahren ist und wird auch Zuhause zu einem dominierenden Internet-Zugang: Um den Wetterbericht zu lesen oder das Kinoprogramm abzurufen, reicht das allemal.

Eine neue Studie aus dem Hause Accenture liefert nun erste Hinweise, wie die Nutzung in Deutschland aussehen könnte: Demnach nutzen auch hier die Menschen das mobile Internet vor allem Zuhause. So haben bereits 62 Prozent der Befragten E-Mails von Zuhause über das mobile Internet abgerufen, nur 55 Prozent sind dagegen unterwegs ins Netz gegangen. Am häufigsten nutzen die Menschen das mobile Internet zum Mailen, Navigieren, um Wetterberichte oder Nachrichten zu lesen und Onlineauktionen sowie Reiseverbindungen zu verfolgen.

Außerdem liefert die Studie massenhaft Belege dafür, dass das mobile Internet im Massenmarkt angekommen ist:

  • 2008 hatten 62 Prozent der befragten Internetnutzer ein internetfähiges Handy, inzwischen sind es 71 Prozent.
  • Fast jeder fünfte Deutsche Internetnutzer surft auch mit seinem Mobiltelefon im Netz. Das entspricht 7,7 Millionen Menschen. 2008 waren es noch 3,2 Millionen.
  • Jeder dritte Internetnutzer surft täglich oder sogar mehrmals täglich mit seinem Handy. Am beliebtesten sind Informationsangebote – mobile Unterhaltung holt auf.
  • Je besser die Geräte, desto intensiver surfen die Menschen mobil: 41 Prozent der Kunden, die ein Touchscreenhandy verwenden, surfen täglich. Die iPhone-Nutzer sogar noch mehr.
  • Doch das Surfen ist nicht unbeschwert: Jeder Dritte fürchtet, seine Daten könnten ausspioniert werden. Viele würden eine Verschlüsselung der Verbindnugen begrüßen.
  • Und: 15 Prozent aller Internetnutzer, die das mobile Web noch nicht nutzen, wollen im nächsten Jahr damit anfangen.

„Too late for prayers“

Sicher, diese Rede von Danny DeVito ist ein rhetorisches Meisterwerk. Aber nicht nur deshlab lohnt es, sich das Video anzusehen. Obwohl DeVito als Investor über ein Unternehmen spricht, das nichts mit der heutigen Medienbranche zu tun hat, hält er eine Rede, die so oder ähnlich in den nächsten Jahren in vielen Verlagshäusern gehalten werden könnte: Die Welt entwickelt sich weiter. Neue Technik verändert das Geschäft grundlegend. Und doch reagiert die Industrie nicht. Oder zu wenig. Zu viele versuchen lediglich, in einem schrumpfenden Markt immer größere Marktanteile zu erkämpfen und merken dennoch nicht, dass es längst vergebens ist. Too late for prayers.

Wer ist Dein Freund? Frag Dein Handy!

Mobiltelefone geben offenbar besser Auskunft darüber, wer enge Freunde sind, als wir es selbst können. Zu diesem Ergebnis jedenfalls kommt eine Studie des Santa Fee Instituts in New Mexico, über die der New Scientist berichtet.

Die Forscher statteten Freiwillige mit Handys aus, die nicht nur die angerufenen Nummern analysierten, sondern auch speicherten, mit wem die Versuchspersonen die meiste Zeit verbringen. Dabei konnten sie mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit vorhersagen, wen die Versuchspersonen als Freund bezeichnet. Dabei kam heraus, dass die meisten Menschen die mit Freunden verbrachte Zeit als länger wahrnehmen und die mit flüchtig bekannten Menschen verbrachte Zeit unterschätzen.