Archiv der Kategorie: Internet

Das iPad und die Schmerzhafte Desillusion

Bald ist er da. Der Messias unter den Gadgets. Das Meisterwerk des Meisters. Die Rettung der Unrettbaren: In den USA wird ab Samstag das iPad ausgeliefert.

Seit Monaten beherrscht Apples Gerät die Medien. Analysten wetteifern mit Prognosen, wie viel Stück der Konzern 2010 verkaufen wird, sechs Millionen ist derzeit das Höchstgebot. Wie oft bei Apple machen Berichte die Runde, dass die erste Ladung iPads bereits ausverkauft sei. Ein Marketingerfolg, der vor allem das Verlangen schürt.

Dabei gibt es durchaus Gründe für Euphorie. Das iPad hat das Potenzial, unseren Umgang mit Medien zu verändern: Es ist ähnlich leicht zu bedienen wie ein iPhone und könnte für viele zum zweiten Fernseher, Zeitungsersatz oder einer Instant-Bibliothek werden. Es ermöglicht neue Unterhaltungsformen, Hybride aus Magazinen, Bewegtbildern und Spielen. Und dabei wird es nicht bleiben. Wer hätte schon ahnen können, dass Handys einst zu Wasserwaagen werden, zu einem Diät-Coach oder zu Analysegeräten für Husten?

Allein, auch das iPad wird sein Potenzial nicht über Nacht entfalten. Das ist das Problem. Es gab schon einmal eine Technik, die versprach, den Umgang mit Medien zu revolutionieren: das Internet selbst. Verlage, Konzerne und Startups investierten Millionen. Doch die Euphorie wich Enttäuschung. Weil die Infrastruktur nicht weit genug war und der Erfolg nicht so schnell kam wie erhofft.

Ähnliches werden wir beim iPad beobachten. Das Gerät wird nicht die kriselnde Medienindustrie retten. Es wird zunächst ein Spielzeug für besser verdienende Technikliebhaber sein. Zudem braucht es Geduld, bis ausreichend spannende Programme auf dem Markt sind, die das iPad für den Massenmarkt wirklich nützlich machen.

Unternehmen und Programmierer müssen lernen, die neue Technik einzusetzen. Allen voran Verlage, Sender und Multimediaanbieter. Denn auf dem iPad wird kein Medienhaus erfolgreich, das es lediglich als elektronisches Papier versteht, auf dem PDF-Versionen der Printprodukte abgedruckt werden. Das haben aber bislang die wenigsten begriffen.

Wie oft bei neuer Technik steht uns daher nach der Euphorie auch beim iPad eine Zeit der Desillusion bevor. Und dann plötzlich sind sie da, die ersehnten Erfolgsstorys. Die jedoch schreiben oft neue Anbieter.

Erinnern Sie sich noch an das kleine Startup Google – groß geworden mitten in der letzten großen Internet-Krise?

Dieser Text ist erstmals erschienen in der WirtschaftsWoche vom 1.4.2010

Steuern Sie Ihr Auto doch einfach mal mit dem iPhone

Eine wachsende Zahl von Autoherstellern entwickeln Möglichkeiten das iPhone mit dem Auto zu verbinden. Forscher an der Freien Universität Berlin können sogar ein Auto mit dem iPhone steuern. Doch der spektakulärste Versuch ist dieser hier:

Neuer Job auf dem Sofa: Unternehmen heuern virtuelle Praktikanten

Heimarbeit gehört zu diesen Trends, die seit Jahren angeblich die Wirtschaft revolutionieren. Doch bislang passierte wenig. Die Kultur dafür war in vielen Unternehmen zu konservativ und die Technik blieb lange hinter den hohen Erwartungen zurück.

Nun ist die Zeit offenbar gekommen, jedenfalls in Großbritannien und den USA. Amerikanische Unternehmen scheinen sich zunehmend nach virtuellen Praktikanten umzusehen, die nur per Skype, Instant Messenger und Mail mit ihrem Arbeitgeber verbunden sind: Die New Yorker Internet-Personalvermittlung Urban Interns berichtete CNN, dass 24 Prozent der auf ihrer Seite  ausgeschriebenen Praktikantenposten solche virtuellen Stellen sind.

Die neuen Mitarbeiter müssen nicht einmal in der gleichen Stadt leben. Manchmal arbeiten sie sogar in völlig anderen Zeitzonen.

Der Vorteil dieser virtuellen Arbeitskräfte: Unternehmen können Talente anheuern, die es vor Ort nicht gibt. Die Bewerber wiederum können in einer Nische Erfahrung sammeln, die in ihrem Land noch nicht existiert.

Die Betreiber der britischen Seite Enternships, auf der Startups mit neuen Mitarbeiten zusammengebracht werden, berichten, dass bereits rund ein Drittel der bei ihnen ausgeschriebenen Stellen virtuell seien, darunter Jobs im Verkauf oder Marketing.

Klar, dass es viele offene Fragen gibt: Wie zuverlässig sind solche virtuellen Mitarbeiter? Wie kann man die Qualität ihrer Arbeit kontrollieren? Wie groß ist die Gefahr, dass auf diesem Weg möglicherweise Mitarbeiter von Wettbewerbern eingeschleust werden? Dennoch: Für Unternehmen, die etwa Entwickler für spezielle Bereiche suchen, können solche virtuellen Jobs ein hilfreiches Instrument sein. Vor allem Mobile-Startups haben gerade Probleme, die richtigen Leute zu finden. Anderswo, in Asien etwa, könnten sie auf virtuellem Weg solche Experten finden.

Die wichtigsten Technologie-Trends 2010

Gartner hat wie jedes Jahr seinen Technologie-Ausblick für das nächste Jahr veröffentlicht. Zu den zehn wichtigsten Trends 2010 gehören auch Mobile Applikationen.

Die Begründung lautet:

By year-end 2010, 1.2 billion people will carry handsets capable of rich, mobile commerce providing a rich environment for the convergence of mobility and the Web. There are already many thousands of applications for platforms such as the Apple iPhone, in spite of the limited market and need for unique coding. It may take a newer version that is designed to flexibly operate on both full PC and miniature systems, but if the operating system interface and processor architecture were identical, that enabling factor would create a huge turn upwards in mobile application availability.

Die übrigen (oft recht nahe liegenden) Trends sind:

  • Cloud Computing,
  • Advanced Analytics,
  • Client Computing,
  • IT for Green,
  • Reshaping the Data Center,
  • Security – Activity Monitoring,
  • Flash Memory,
  • Virtualization for Availability

und:

  • Social Computing. Workers do not want two distinct environments to support their work – one for their own work products (whether personal or group) and another for accessing “external” information. Enterprises must focus both on use of social software and social media in the enterprise and participation and integration with externally facing enterprise-sponsored and public communities. Do not ignore the role of the social profile to bring communities together.

Die Zukunft sozialer Netzwerke

Augmented Reality steht erst am Anfang. Doch es zeichnet sich bereits ab, dass die neue Technik viele Bereiche des mobilen Internets beeinflussen wird, auch die Art, wie wir kommunizieren: Wie soziele Netzwerke in zehn Jahren aussehen könnten, wenn Realität und digitale Welt durch die neue Technik zusammenwachsen, darüber hat sich der New-Media-Blogger Matthew Buckland lesenswerte Gedanken gemacht.

Herausgekommen sind faszinierende und teils beängstigende Visionen. Laut Buckland könnten Telefone schon in ein paar Jahren Menschen in Sekunden über Bilderkennungssoftware identifizieren und Google-Treffer sowie Informationen aus deren sozialen Netzwerk des Anderen neben ihrem Foto auf dem Handydisplay anzeigen. Mehr noch: Man könnte das Telefon auf eine Gruppe von Menschen richten und sich darstellen lassen, welche Art der Beziehung diese Menschen miteinander pflegen.

Anhand der Verknüpfung mit öffentlichen Datenbanken könnten Menschen künftig sogar durch die Stadt laufen und sehen, wer wo wohnt. Hat man diese Informationen, könnte man wiederum über das soziale Netzwerk feststellen, welche Verbindungen man zu diesen Menschen hat.

Wikitude und Cyclopedia: Augmented Reality kommt aufs iPhone

Vor zwei Jahren war es nur eine Vision einzelner Internet-Apologeten im Silicon Valley. Nun erobert Augmented Reality, die Verknüpfung des mobilen Internets mit der realen Welt, die Smartphones: Gerade stehen die beiden Programme Cyclopedia und Wikitude mit ihren iPhone-Versionen im Rampenlicht. Beide sind in der Lage, Wikipedia-Inhalte mit dem Bild der Handykamera zu verknüpfen. Hält man das Telefon etwa in Richtung einer Kirche, zeigt die Applikation den dazugehörigen Eintrag aus der Online-Enzyklopädie an.

Cyclopedia ist offenbar schon seit Juli auf dem Markt. Doch bislang stand es weitgehend unbemerkt im iTunes-Store. Ähnlich funktioniert übrigens auch NearestWiki.

Wikitude gibt es schon seit einigen Monaten für Android-Handys. Nun ist es auch in einer iPhone-Version herausgekommen. Im Vergleich zu Cyclopedia greift Wikitude auf viel mehr Daten zurück: Neben Wikipedia-Einträgen spielt das Programm Tipps des Ausgehportals Qype ein, also Hinweise auf Restaurants, Bars und Geschäfte, mitsamt Bewertung der Nutzer. Zudem kann bei Wikitude jeder Nutzer selbst interessante Orte hinzufügen und anderen zur Verfügung stellen.

Und so funktioniert Wikitude:

iTunes als Zeitungskiosk

Seit Jahren träumen Apple-Fans von einem ultraflachen Apple-Tablet, einer Art iPhone in groß. Nun verdichten sich die Hinweise darauf, dass so ein Gerät tatsächlich herauskommt. Und schon fantasieren Medienmanager, das Gerät werde Verlage retten. Kann das funktionieren? Die Frage habe ich versucht, für Wiwo.de zu beantworten.