Paid Content: Kartell alter Schule

Für das neue Debattenportal „The European“ habe ich einen Kommentar über Paid Content im Internet geschrieben. Gerade sehe ich, dass er schon erschienen ist. Ich habe dort noch einmal ausgeführt, dass die meisten Bezahlstrategien der Verlage im Netz scheitern werden, weil sie nur die bekannten Print-Modelle auf das Netz, schlimmer noch: Auf das mobile Internet übertragen. Um innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln würde es dagegen schon reichen, die neuen Möglichkeiten der Technik zu nutzen.

Hier geht es zum Text.

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Augmented Reality: Die interaktive Visitenkarte

Die wichtigsten Technologie-Trends 2010

Gartner hat wie jedes Jahr seinen Technologie-Ausblick für das nächste Jahr veröffentlicht. Zu den zehn wichtigsten Trends 2010 gehören auch Mobile Applikationen.

Die Begründung lautet:

By year-end 2010, 1.2 billion people will carry handsets capable of rich, mobile commerce providing a rich environment for the convergence of mobility and the Web. There are already many thousands of applications for platforms such as the Apple iPhone, in spite of the limited market and need for unique coding. It may take a newer version that is designed to flexibly operate on both full PC and miniature systems, but if the operating system interface and processor architecture were identical, that enabling factor would create a huge turn upwards in mobile application availability.

Die übrigen (oft recht nahe liegenden) Trends sind:

  • Cloud Computing,
  • Advanced Analytics,
  • Client Computing,
  • IT for Green,
  • Reshaping the Data Center,
  • Security – Activity Monitoring,
  • Flash Memory,
  • Virtualization for Availability

und:

  • Social Computing. Workers do not want two distinct environments to support their work – one for their own work products (whether personal or group) and another for accessing “external” information. Enterprises must focus both on use of social software and social media in the enterprise and participation and integration with externally facing enterprise-sponsored and public communities. Do not ignore the role of the social profile to bring communities together.

Mobiles Internet: Kunden unzufrieden

Über Twitter bin ich gerade auf eine interessante Studie aufmerksam geworden: Laut einer unabhängigen Untersuchung der Mobile-Spezialisten von Gomez sind Nutzer mit dem mobilen Internet unzufrieden, vor allem, weil viele der Seiten zu langsam laden. Viele Nutzer erwarten nämlich, dass sich die Seiten mobil eben so schnell oder sogar schneller aufbauen, als auf dem Rechner Zuhause. Müssen Nutzer länger als 6-10 Sekunden warten, so die Studie, brechen sie ab. Über 60 Prozent der Abbrecher sagen zudem, dass sie nicht wieder zu der Seite zurückkehren werden. Und Probleme mit den Seiten haben offenbar die meisten der Befragten. (via)

Wie das mobile Internet soziale Medien revolutioniert

Das mobile Internet revolutioniert das Web 2.0. Beobachtern der Szene ist das zwar schon länger klar. Doch Forrester hat das nun in einer lesenswerten Studie noch einmal zugespitzt formuliert und zahlreiche interessante Daten zusammengetragen:

  • Im September besuchte etwa jeder fünfte Facebook-Nutzer das Portal über sein Handy. Das waren 65 Millionen Menschen.
  • Twitter schließt in Großbritannien für verschiedenen Sonderleistungen eine Kooperation mit O2.
  • Telefongesellschaften stoßen ins Social Web vor, Vodafone etwa mit seinem Dienst 360 und Orange mit Social Life, mit denen Nutzer Zugänge zu sozialen Netzwerken organisieren können.
  • Zugleich versuchen Handyhersteller, soziale Netzwerke in ihren Geräten zu integrieren: INQ ist ein gutes Beispiel dafür. Auch Nokia will Zugänge zu Facebook & Co. bei einigen Modelle ab Werk mit ausliefern.

Fazit der Forrester-Analysten:

Indeed, mobile social activity is more than just accessing social networking sites while on the go. Mobile phones have the potential to become the hub of Social Computing activities and to be more than just a complement to the PC experience. Mobile phones will increasingly become the glue that holds the social graph together, offering creative tools and immediacy, presence, location, and context when interacting with the real world. The “always on” mobile connected handset frees the Social Web from the chains of the PC and thrusts it into the real world.

Und die aufgeführten Beispiele sind erst ein Anfang. In den nächsten Monaten werden wir viele neue Dienste sehen, die das soziale Netz ins mobile Web bringen. Doch das wird zu einer Spaltung führen bei Internet-Nutzern, zwischen denen, die heute schon skeptisch sind gegenüber Social Networks und denen die die neuen Angebote mobil nutzen.

In Großbritannien, wo die Nutzung sozialer Netzwerke deutlich früher begonnen hat als in Deutschland, nutzen 40 Prozent der 16 bis 25-Jährigen die Netzwerke auch von ihrem Handy aus. Ältere sind skeptisch. Möglicherweise werden viele den Anschluss ins mobile Zeitalter verpassen.

Und während die einen noch skeptisch sind, werden die anderen ihren Freundeskreis für neue Angebote öffnen, die dann etwa Interessen von Freunden vergleichen und daraus Gemeinsamkeiten ableiten. Dann werden auch ortsbezogene Dienste eine Rolle spielen, die bislang vor allem deshalb ihren Durchbruch noch nicht erlebt haben, weil sie den Nutzern keinen wirklichen Mehrwert bieten.

Doch wenn mein Handy mir erst sagen kann, welche Bars und Clubs in der Umgebung von Menschen besucht werden, die ähnliche Interessen habe wie ich, dann wird das Thema für immer mehr Menschen interessant. Ich glaube nicht nur, dass das mobile Internet die sozialen Netzwerke revolutionieren wird. Ich bin mir sicher, dass ein großer Teil der sozialen Netzwerke künftig ausschließlich mobil genutzt wird. Und die Entwicklung wird sehr schnell gehen.

Medizin: Briten wollen Sprechstunde per SMS

Laut einer Umfrage der Marktforscher von Lightspeed Research wünschen britische Patienten, dass ihr Handy eine größere Rolle bei der Gesundheitsversorgung spielt. Einer von fünf Briten möchte seine Arzttermine per SMS vereinbaren, 43 Prozent hätten gerne eine SMS-Erinnerung für Routine-Untersuchungen. Und immer noch mehr als 20 Prozent hätten gerne die Ergebnisse ihrer Untersuchungen per SMS. Und die SMS-Sprechstunde ist längst nicht nur bei Jüngeren begehrt: Sogar mehr als jeder Fünfte der 45 bis 55-Jährigen wünscht sich Untersuchungsergebnisse per Textnachricht. Bislang, so die Umfrage, kommunizieren allerdings nur vier Prozent der Befragten mit ihrem Doc per SMS. Die Briten haben noch einen weiten Weg vor sich. (via)

E-Reader-Boom überrascht Experten

kindleDass sich E-Books gut verkaufen, ist kein Geheimnis. Doch die nächste Urlaubssaison könnte elektronischen Büchern einen größeren Schub bescheren als angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt Forrester in einer aktuellen Marktanalyse. Der Grund: Sinkende Preise, mehr verfügbare E-Book-Modelle, bessere Distributionswege und vor allem: Ein nicht enden wollender Medienhype. All das, so die Analysten, führe zu einem stärkeren Wachstum als erwartet.

Statt der prognostizierten zwei Millionen, werden laut der Analysten 2009 wahrscheinlich drei Millionen E-Books verkauft, alleine 900.000 in der Weihnachtszeit. Für das nächste Jahr sehen die Zahlen noch besser aus: Laut Forrester werden sich die Verkaufszahlen dann verdoppeln.

Gestern hat Amazon angekündigt, dass das E-Book Kindle nun auch in Deutschland zu haben sein wird. Aber der prominenteste eReader ist längst nicht mehr die einzige Alternative. In wenigen Tagen kommt der Sonys E-Book-Reader PRS-600 heraus, den mein Kollege Thomas Kuhn für die aktuelle WirtschaftsWoche lesenswert getestet hat.

Zudem hat Konkurrent Hugendubel angekündigt, im Oktober einen 300 Euro teures E-Book des koreanischen Produzenten iRiver herauszubringen. Der Online-Buchhändler Libreka will zudem das Cybook Opus des französischen Herstellers Bookeen für rund 250 Euro vertreiben. Und auch der taiwanische EeePC-Produzent Asus sowie Wettbewerber MSI entwickeln eigene Reader.

Wie erfolgreich Amazons Kindle ist, weiß niemand genau. Amazon-Chef Jeff Bezos hat in einem Interview mit der New York Times ein paar Zahlen verraten: Bietet Amazon von einem Buch sowohl eine Papier- wie auch eine elektronische Version an, liege der Anteil der verkauften E-Bücher an den Gesamtverkäufen bei 48 Prozent. Das ist spektakulär und zugleich ein Hinweis darauf, dass Amazon deutlich mehr seiner Lesegeräte verkauft, als bislang vermutet. Zahlen hält das Unternehmen dennoch geheim.